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Fragen an Dr. Udo Obermeier

Bisher galt die feste Zahnspange als unverzichtbar, wenn es um die meisten Zahnfehlstellungsformen ging. Ein modernes Verfahren aus den USA und künstliche Intelligenz (KI) verändern die Situation jetzt grundlegend. Dr. Udo Obermeier, Fachzahnarzt für Kieferorthopädie, setzt in seiner Praxis daher immer mehr auf diese moderne Behandlungsmethode, die ohne feste Zahnspange auskommt, und erklärt uns ihre Vorteile und Hintergründe.

Wie funktioniert diese neuartige Zahnspange?

Im Gegensatz zu den üblichen Verfahren werden diese sogenannten Aligner digital mit einem speziellen 3D-Drucker hergestellt.

Der komplette Behandlungsverlauf wird aufgrund von komplexen KI-Algorithmen und mit unseren Erfahrungswerten vorab virtuell simuliert. Für jede Phase der Behandlung wird für den Patienten eine neue, individuell angefertigte Schiene hergestellt. Das Besondere ist, dass mit jeder neuen Schiene die Zähne ein wenig weiterbewegt werden – in vielen kleinen Schritten kommen wir so sanft und komfortabel zum gewünschten Ergebnis.

Wie viele Schienen sind für die Behandlung erforderlich und wie lange werden sie getragen?
Die Anzahl der Schienen hängt von der Diagnose ab: Bei einfachen Befunden kommen wir z. B. mit sieben Schienen aus, komplexere Therapien erfordern 15, 20 und teilweise auch mehr Schienen. Sie werden von unseren Patienten täglich etwa 23 Stunden getragen. Zum Essen und Trinken und zur Zahnpflege werden sie einfach herausgenommen. Die typische Behandlungsdauer liegt bei etwa eineinhalb bis zwei Jahren. Sie kann aber in bestimmten Fällen durch spezielle, ergänzende Verfahren noch deutlich verkürzt werden.

Wie ist der Behandlungsablauf?
Zunächst wird ein 3D-Scan vom Mundraum angefertigt, worauf dann ein digitales Zahnfehlstellungsmodell erstellt wird. Daran können wir den Patienten sehr anschaulich die Probleme zeigen und auch schon eine erste Vision, wie sich die geplante Behandlung auswirken wird. Entscheidet sich der Patient für diese Behandlungsmethode, wird das 3D-Material sehr ausführlich analysiert, mit tausenden anonymen Patientenparametern (KI) abgeglichen und so ein Behandlungsvorschlag erstellt. Zusätzlich ergänzen wir im sogenannten ClinCheck wichtige Aspekte, die wir mit unserer langjährigen Erfahrung erheben, wie z. B. die Kiefergelenksituation, und geben so der Behandlung eine entscheidende Grundlage. Wir schauen uns den über KI prognostizierten Verlauf genau an und prüfen ihn sorgfältig. Dann kann die Herstellung der Schienen beginnen.

Welche Vorteile gibt es?
Da die Zähne nicht mit Brackets beklebt werden müssen, wird die Zahnsubstanz bestmöglich geschont. Zudem ist die transparente Spange bzw. Schiene nahezu unsichtbar, was vor allem bei der Erwachsenenbehandlung ein entscheidender Vorteil ist. Aber auch Jugendliche schätzen die diskrete Zahnspange. Als dritter Punkt ist die Zahnpflege zu nennen, die hier glücklicherweise nicht eingeschränkt wird. In meinen Augen liegt in dieser „intelligenten“ Behandlungsmethode die Zukunft.

Zahlt die Krankenkasse?
Obwohl die Behandlung in einigen Fällen sogar günstiger ist als die Regelversorgung, gibt es derzeit noch keine Verrechnungsmöglichkeit. Wir sind gespannt, ob es hier bald eine Änderung geben wird. 

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